Rückstauschutz

Ursachen

Es gibt mehrere Ursachen die einen Rückstau im Kanal verursachen können.

Unter anderem können dies sein:

  • starker Regen
  • durch Verstopfung
  • Rohrbrüche oder Kanalschäden
  • durch Pumpenausfall
  • durch Hochwasser im Vorfluter
  • durch Umleitung oder Absperrung des Kanals wegen Reparaturarbeiten
  • durch verstärkten Abwasserzufluss, zum Beispiel bei Kanalspülungen, Feuerwehreinsätzen oder durch zusätzliche, ursprüngliche nicht vorgesehene Anschlüsse an das Kanalnetz.
  • hoher Fremdwasserintrag

... und die Folgen

Aufgrund des Rückstaues kann es hinter dem Verschluss zu einem unkontrollierten Aufstau des Abwassers kommen. Solange das Abwasser nirgends aus dem System austreten kann, wird dies unter Umständen erst einmal nicht bemerkt. Es kommt infolge dessen zu einem immer höheren Anstieg des Abwassers in der Leitung bzw. Schacht. Das Abwasser steigt solange an bis es aus einer ungesicherten Öffnung austritt.

Sind Entwässerungseinrichtungen die sich unterhalb der Rückstauebene befinden (z.Bsp. Bodenabläufe, Duschenabläufe, Badewannenabläufe, Waschmaschinenanschlüsse oder WC´s ) im Keller nicht gegen Rückstau gesichert, kann das Abwasser dort austreten und zu einer Überflutung von Kellerräumen führen. Durch das Eindringen des mit Kot, Bakterien und Chemikalien durchsetzten Abwassers kommt es in solchen Fällen nicht nur zur Verunreinigung von Bauwerksteilen, Einrichtungen und Gegenständen in den betreffenden Räumen, sondern auch zur Durchfeuchtung von Böden und Wänden.

Zuständigkeit

Verantwortlich bei einem eventuellen Schaden durch Rückstau ist der Grundstückseigentümer selbst. Da nach Satzung bzw. nach DIN 1986-100 jedes Gebäude durch den Eigentümer eigenverantwortlich gegen Rückstau zu sichern ist, gilt dies auch dann, wenn die Ursache des Rückstaues im öffentlichen Kanal zu suchen ist.

Sofern in der Entwässerungssatzung oder im genehmigten Entwässerungsplan nichts anderes geregelt ist gilt als Rückstauebene nach DIN EN 12056-1 die Höhe der Straßenoberkante über der Anschlussstelle der Grundstücksentwässerung an den öffentlichen Kanal.

Ist das Gebäude vorschriftsmäßig gegen Rückstau gesichert, tritt das Abwasser bevor es im Gebäude austritt an den Lüftungsöffnungen des Schachtdeckels in der Straße bzw. beim Revisionsschacht im Grundstück aus. Es kommt infolge dessen zu keinem Schaden im Gebäude.

Arten der Rückstausicherung

Eine Rückstausicherung ist generell auf zwei Arten möglich:

  • durch eine Passiv-Rückstausicherung in Form von Rückstauverschlüssen oder
  • durch eine Aktiv-Rückstausicherung in Form von Abwasserhebeanlagen.

 

Welche der beiden Arten erforderlich und geeignet ist richtet sich nach folgenden Kriterien:

  • Welche Höhenlage hat die Ablaufstelle zur öffentlichen Kanalisation?
  • Wie wird die Ablaufstelle genutzt?
  • Für welche Abwasserart muss die Rückstausicherung geeignet sein?

 

Maßgebend für die Auswahl der richtigen Rückstausicherung ist unter anderem die DIN EN 12056-4, DIN EN 13564-1, sowie die DIN 1986-100. Diese Normen sind bei der Auswahl der Rückstausicherung unbedingt zu berücksichtigen, da nicht jede Rückstausicherung für jeden Fall zugelassen und sinnvoll ist.

 

Zu Beachten ist auch, dass ein Rückstauverschluss regelmäßig gewartet und auf seine Funktionstüchtigkeit überprüft werden muss.

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